Erste Spuren lesen und die Natur beobachten

Aaniin!

Da bin ich mal wieder. Wieder ist ein Moon vergangen und ich lebe noch ;). Was tut sich also bei uns im Wald. Hmm eigentlich nicht viel.
Die Winterlodges sind nahezu fertig gestellt, jedoch erst nahezu, schätze wir arbeiten noch eine Weile daran. Es ist auch keine Eile geboten, da der Winter wieder weit entferrnt scheint. Zwar hatten wir schon eine Periode, wo es schoen kalt war und der See nahezu einfror. Auch Schnee durften wir schon begruessen, allerdings war dieser am naechsten Tag weg. Nichts destotrotz hab ich die Gelegenheit genutzt und bin auf Spurensuche gegangen. Marderspuren und Hirschspuren konnte ich ausmachen, auch wohl eine Maus, aber mehr noch nicht. Hin und wieder hoeren wir Kojoten in der Naehe heulen, freue mich schon sie zu verfolgen und die Spuren auszumachen. Aber das dauert wohl noch eine Weile, mittlerweile ist es wieder sehr warm geworden und der Regen hat sich wieder zurueck gemeldet, dachte oder hoffte den seh bzw spuer ich erst im Fruehjahr wieder. So heisst es noch warten, bin auf alle Faelle schon gespannt und freue mich, also ich bin bereit.

Leider hat uns wieder eine Familie verlassen. Auf einen Schlag waren 9 Leute weg, 2 Erwachsene mit 7 Kindern. Von Anfangs 17 Kindern sind somit nur noch 7 uebrig, da die Moons zuvor bereits 3 Kinder gegangen sind. 7 Kinder und 19 Erwachsene sind uebrig. Ein Clanmember hat es sich zum Glueck noch mal ueberlegt. Er hatte bereits alles gepackt, ist jedoch wieder zuerueck ins Camp gekommen. Das war bereits das 2. Mal, dass er gegangen und wieder gekommen ist. Jedesmal nach dem Deadmoon Visit, mal schauen ob es diesmal wieder passiert, wir alle wissen jedoch, dass er dann sicher wieder kommt.

Sonst tut sich nicht viel, wir sind alle Gesund, haben im Moment eine Menge zu essen. Was auch wichtig ist fuer den Winter genug Speck auf den Rippen zu haben. Bin gerade dabei meine Ernaehrung umzustellen, kein Wurzelgemuese mehr zu essen, allen voran Kuerbisse, die wir zur Zeit am haeufigsten bekommen, dafuer esse ich mehr Fett und Greens (Weisskohl und Broccoli).

Mir geht es wunderbar, freue mich schon sehr auf den Winter und was wir da alles vor haben. Spurenlesen, Snowlodges bauen und Trapping, also ich bin bereit.

Bis dahin wuensch ich allen einen schoenen Herbst und Winterbeginn und wir lesen uns in einem Moon wieder.
Alles Liebe
Ma’iingan

 

Vorbereitung auf den Winter

Aaniin!

Es ist mal wieder soweit, ein Moon ist schon wieder um und somit bekommt ihr wieder mal einen Bericht aus dem noch warmen Wisconsin.

Nachdem wir davor durch die unterschiedlichen Camps getrennt waren, sind wir nun alle wieder zusammen und bereiten uns langsam aber sicher auf den Winter vor. Denn der Winter kommt bestimmt, er hat auch schon ein paar mal angeklopft. Wir hatten schon öfters Grade unter 0 und auch schon Schnee, Eisregen, Hagel und Schneeregen. Jedoch ist es immer wieder wärmer geworden und somit blieben keine Spuren.

Die Sonne zeigt sich immer seltener, wir haben sehr oft Regen, was mir persönlich nicht ganz so gefällt, jedoch das Land braucht das Wasser und der Regen wird wohl bald in Schnee umgewandelt. Gerüchte sagen, diesmal kommt der Winter früher, na mal schauen.

Eine Familie aus Deutschland wollte nicht mehr so recht hier bleiben und haben uns kurz nach dem letzten Dead Moon verlassen. Aber man sieht sich bestimmt wieder.

Die Sommerlodges sind komplett fertig gestellt, wir schlafen nun endlich in diesen. Wir haben eine Barklodge neu gebaut und eine Graslodge. Trotzdem können nicht alle 35 Leute, die wir noch sind in einer Lodge schlafen. 3 Leute schlafen in einem Lean to, einer dieser 3 bin ich. Ich schlafe nun auch nicht mehr in Waabananon, sondern wieder in Zhaabanon, zumindest so lange, bis wir ins Wintercamp ziehen. Das kann aber noch ein bisserl dauern. Es bestehen zwar insgesamt 3 Lodges, jedoch werden diese nahezu komplett neu gebaut. Somit sind wir weiterhin mit Lodgebuilding beschäftigt, auch ein großes Lean to wird gebaut, damit jeder zumindest trocken bleibt. Sobald jedoch der erste Schnee liegen bleibt und genug vorhanden ist, werden voraussichtlich 10 Personen in ein Snowcamp ziehen. Richtig geraten, einer davon bin ich.

Die Tage werden kürzer, wir sind am werkeln, damit wir die Lodges fertig bekommen und somit komm ich immer erst nach Sonnenuntergang ins Bett. Ist ja auch nicht schlimm, allerdings essen wir in Waabanon und somit können wir den Half an egg roast-Trail jedesmal in der Dunkelheit erleben. Es ist meistens Pitchblack und wenn man dann noch Nachtblind ist, ist es doppelt lustig. Aber ich lerne daraus einiges.

Heut fällt mir das Schreiben nicht so leicht, wie die letzten beiden male. Bin ständig am ausbessern, bin wohl schon zu müde um mehr zu schreiben. Wer was genauer wissen will, kann mir ja gerne schreiben.

Ich freue mich auf den Winter und alles was da kommen wird, mit meiner Ausrüstung bin ich darauf vorbereitet, mal schauen wie sich -30C anfühlen. Die werde ich wohl beim nächsten Deadmoon noch nicht haben, aber davon berichte ich beim nächsten Mal.

Bis dahin alles Gute und Liebe
Geniesst eure Zeit
Ma’iingan

Reisernte und Hüttenbau

Aaniin!

Unglaublich aber war, es ist schon wieder ein Moon um. War es im letzten Moon unglaublich hektisch und ständig was los, war es diesmal um einiges ruhiger. Wir hatten keinen einzigen Besucher, somit waren wir komplett von der Aussenwelt abgeschirmt. Hin und wieder kam mal der Postman und brachte Briefe.

Gleich am Anfang ist etwas trauriges passiert. Eines unserer Mitglieder konnte und wollte den Sprung über die Schwelle nicht schaffen und hat uns verlassen. Gemeinsam mit ihr ist auch ihr Sohn gegangen. Somit haben wir auf einen Schlag 2 Personen verloren. Wenn man auf engsten Raum so lange zusammen wohnt, ist es immer ein Stich ins Herz. Ich wünsche ihr alles gute und hoffe, sie findet ihren Weg.

Lange Zeit hab ich im Guardian Camp in Zhaabanon gewohnt, anfangs dachte ich noch, wie cool, somit haben wir auch mal andere Sachen zu tun oder machen Special Dinge, dem war aber nicht so und da wir den ganzen Tag in Waabanon abhängen, naja nicht den ganzen Tag, aber dort essen wir alle, dachte ich mir, erspar ich mir den Weg und ziehe um nach Waabanon. Gleich nach der ersten Nacht musste ich jedoch schon wieder meine Sachen packen. Nein, nicht weil ich so laut geschnarcht habe und auch nicht weil mich niemand wollte. Es ist Herbst und Herbst ist Erntezeit. So haben sich an einem Tag 3 Gruppen gebildet. 2 Gruppen sind Reisernten gegangen und die 3. ist geblieben um Summerlodges zu bauen. Wie bereits erwähnt, durfte ich meine Sachen packen und es ging ab zum Ricing. Am Scott Lake wurde geerntet, ca. 1 Mealtime vom Camp entfernt. Jedoch ohne Kanus ist Ricing nur halb so lustig, nahezu unmöglich. Also das nötigste zusammengepackt und das nachdem ich alles ausgepackt hab… Naja manchmal hat man es nicht leicht im Wald. Kanus geschnappt und aus einer 1 Mealtime Wanderung sind es 3 geworden. Insgesamt 3 Kanus geschleppt, unterschiedlicher Grösse. Wir hatten alle unseren Spass. Dieser ging am nächsten Tag weiter, voller Freude ins Kanu gestiegen und Reis ernten! Ich glaub es hat keine 10 Nutcracks gedauert und ich habe es zum…naja ich mochte es nicht. 9 Tage lang war ich Tag täglich am See und hab eine Arbeit verrichtet mit der ich mich von Anfang an nicht anfreunden wollte und konnte. Wir waren zu fünft im Camp, das war das positivste um die Mitstreiter mal ein wenig besser kennen zu lernen. Was war ich froh, als wir 9 Tage später ein Meeting hatten, wo wir einen auf den Deckel bekommen haben, warum wir erst so wenig Reis geerntet haben, wir wollen ja was im Winter zu essen haben. Alle 5 Personen waren nicht glücklich mit ricing, trotzdem haben wir 100 Pounds geschafft. Die 2. Gruppe die mit 16 Personen losgezogen ist, wo auch 7 Kids dabei waren, die haben mal 4 Tage gebraucht, bis sie endlich den Platz gefunden haben, weitere 2 oder 3 Tage bis sie einen Lagerplatz hatten und dann haben sie angefangen zu ricen. 1 Tag! Hiles Mills Pown ist ein schöner Ort aber nicht zum Ricen gedacht. Als ich nach 9 Tagen wieder ins grosse Camp gekommen bin, wo 17 Personen am Huetten bauen waren, die jedoch auch nichts weitergebracht haben, war Tamarack noch frustrierter. Es wurde bereits ein 2. Lake auserkoren, wo gereist werden soll und wir sollen eine Gruppe bilden, die dorthin geht, das hat 2 Tage gedauert, dann haben 18 Leute das Camp verlassen und 4 tapfere Mannen sind im grossen Waabanon übrig geblieben um 2 Sommerlodges zu bauen. Ich bin einer dieser Hüttenbauer. 6 Tage lang hatten wir Ruhe und Frieden und ein gemütliches zusammen leben. In dieser Zeit hab ich extrem viel gelernt. Wir hatten das Glück als einer der wenigen Seeker Hütten komplett neu bauen zu dürfen. Ich bin schon gespannt, was für Material ich in Ö. dafür verwenden kann. Nach 6 Tagen war es vorbei mit der Ruhe, auf einen Schlag gab es 100% mehr Einwohner in Waab. Dakota ist mit ihren 3 Jungs zurück gekommen. Aber auch zu 8. ist es gemütlich und macht Spass. Auch beim Hütten bauen hatten wir Spass. 2 Tage haben wir für den Rahmen gebraucht und da war er nur halb fertig, da meinte Chris, der schon 3 Tage nicht schlafen konnte, die Hütte taugt nichts, 1. zu gross und 2. die Form eines Ei’s, also nehmen wir sie wieder auseinander und bauen sie neu. Welch Glück ich doch hab, so konnte ich nochmal lernen wie der Frame aufgestellt wird und hab dabei sehr viel gelernt und nun ist sie perfekt. Innerhalb von einem Tag haben wir den kompletten Frame fertig gestellt. Wiederrum 5 Tage später wurde unser Lager nahezu wieder um 100% grösser, als eine Gruppe mit 7 Leuten zurück gekommen ist. Da Ricen nichts gebracht hat, ist die Gruppe Leaks sammeln gegangen. Bärlauchwurzeln! Total lecker, nun haben wir 2 grosse Säcke voller Wurzeln, wo wir hoffentlich gut über den Winter damit kommen. Wer nun mitgezählt hat wird drauf kommen 7+4 sind 11, wo ist der Rest der 16 Leute. Die sind weitergezogen zur Reiscampgruppe mit 18 Personen und helfen dort aus. Kaum war die 2. Gruppe zurück, die grosse Überraschung. Nad’mad Visits stehen wieder an, wo ist blos die Zeit geblieben?? So sitz ich hier und schreibe euch diese Zeilen. Wenn ich morgen nach Waab zurück komme, wird weiter an der Hütte gebaut. Es wird eine komplette Grashütte, wir brauchen 2.000 Grasbündel, somit weiss ich schon, was ich die nächsten Tage machen darf. Das Gras ist vor allem ein richtig schönes Gras, hab schon für die 1. Hütte 100 gebündelt und meine Hände waren total zerschnitten. Ich freu mich! Ich freu mich aber wirklich darauf, das ist eine richtig schöne Arbeit, wo wir gemütlich zusammen sitzen und über Robin und Porkypines uns unterhalten.

Nun genug der Worte. Zuguter letzt die schönen Nachrichten! Solltet ihr mal ein frisches Reh oder Wild bekommen, esst das Herz, aber roh, das ist wohl das Beste was ich seit langem gegessen habe. Vielen Dank dafür an alle Vierbeinigen Brüder und Schwestern!

Seit 4 1/2 Monaten sitz ich nun im Wald und zum ersten mal seit ich hier bin habe ich wieder Gewicht zugelegt! Die Hungermoons gehen zu Ende, nun beginnt die Zeit, wo wir mehr zu Essen bekommen.Um ganze 2 kg hab ich zugelegt, bin nun bei stolzen 67kg. Sobald ich wieder zurück im Camp bin, darf ich mich komplett neu einkleiden, weil keine einzige Hose mehr passt. Aber man will ja nicht meckern.

So genug, der Northwoodstelegraph hat genug gesprochen. Wir sehen uns nächstes Jahr wieder, aber lesen werden wir uns in einem Moon.

Fühlt euch umarmt,
Ma’iingan